SONSTIGE/ ÜBEN

Bin ich mit meiner Lernschwierigkeit/ meinem Schulproblem hier richtig?

- „Mein Kind möchte nicht freiwillig für die Schule üben.

- „Er macht genau das, was er muss – und keinen Strich mehr.“

 

- „Sie macht ausschließlich das, was ihr Lehrer ihr aufgegeben hat. Mehr nicht.“

 

- „Immer wenn ich mit ihm übe bzw. üben möchte, streiten wir.“

 

- „Ich bin mir unsicher, was ich mit ihr üben soll. Oder welche Materialien ich ihr besorgen soll.“

 

- „Er übt stundenlang, macht nichts anderes mehr. Er macht seine Hausaufgaben, und dann übt er einfach weiter.“

Tipps der Lernnavigatoren

Weitere Informationen zum Thema:

Unserer Erfahrung nach stellt das häusliche Üben, das freiwillige Arbeiten jenseits der schulischen Hausaufgaben für viele Familien eine mehr oder weniger große Belastung dar.

Die häufigste in diesem Zusammenhang vorgebrachte Klage von Eltern lautet, dass sie gerne mit ihrer Tochter/ ihrem Sohn Lernstoff üben und vertiefen wollen, diese aber in diesen Situationen vollständig verweigern würden.

Wir beobachten, dass viele Eltern in diesen Momenten ungern ihre Autorität ausspielen und ihren Vorschlag durchsetzen; lieber wird gegenüber dem Kind nachgegeben, lieber werden Streit und Tränen vermieden.

Unabhängig von einem diesbezüglichen Urteil hierzu sollte man darüber hinaus erwähnen, dass sämtliche Übungsangebote an Schüler*innen, die sich gegenüber diesen komplett verschließen, auch wirklich in ihrem tatsächlichen Nutzen in Frage gestellt werden dürfen.

 

Zusammengefasst:

Viele Eltern wissen um die Notwendigkeit häuslichen Übens und bieten es ihren Kindern an. Viele Kinder hingegen sehen die Angebote der Eltern nicht als Unterstützung, als Hilfe zur Verbesserung der schulischen Leistungen, sondern als nicht notwendig, als Schikane, als Beschränkung ihrer verdienten Freizeit an.

Viele verweisen ferner auf ihre Lehrer*innen, die ein häusliches Lernen zuhause angeblich nicht fordern oder sogar verbieten würden.

 

 

Unserer Meinung nach ist hier die Kommunikation zwischen allen betroffenen Parteien verbesserungswürdig:

- Absprachen zwischen Lehrer*innen und Schüler*innen, warum man üben sollte.

- Absprachen zwischen Lehrer*innen und Schüler*innen, wie man üben sollte.

- Absprachen zwischen Lehrer*innen und Eltern, warum man üben sollte (hinsichtlich einer gleichen Argumentation)

- Absprachen zwischen Lehrer*innen und Eltern, wie man üben sollte.

- Absprachen zwischen Eltern und ihren Kindern, wie man das Üben als Familie individuell anpacken könnte (vgl. Struktur im Nachmittagsbereich)

 

Wird Üben von Anfang an als wichtiges bzw. erforderliches Ritual eingeführt, bei dessen tatsächlicher Umsetzung alle Parteien Wünsche einbringen und somit mitgestalten dürfen, verbessern sich unserer Erfahrung nach Chancen auf Erfolg und die Übungsatmosphäre zuhause in der Regel beträchtlich.

 

Das Kind MUSS irgendwie mit ins Boot geholt werden!

Einseitige, gut gemeinte Anstrengungen von Elternseite entwickeln sich oftmals eher kontraproduktiv, wenn das eigentlich zu unterstützende Kind abblockt, sich nicht auf den Übungsstoff einlässt und/ oder sogar aufkommenden Frust an den Anbieter*innen auslässt.

 

 

Konkrete Tipps hierzu –und auch zu den Bereichen Motivation, Lob und Belohnung respektive Verstärkung- finden Sie in unseren oben stehenden Anregungen.

 

Hinsichtlich passenden Übungsinhalten und –materials empfehlen wir eine enge Abstimmung mit den jeweiligen Lehrer*innen, um sinnvolles und qualitativ hochwertiges Üben zu unterstützen.

 

 

Eine abschließende Anmerkung:

Speziell zu Beginn des Grundschulbereichs ist des Öfteren das Phänomen beobachtbar, dass (sehr) vereinzelte Schüler*innen freiwillige Übungsaufgaben der Lehrer*innen immer und in nahezu exzessivem (zeitlichen) Umfang bearbeiten wollen.

Ein kniffeliger Spagat: Zum einen möchte man die Übungsfreude des Kindes nicht bremsen, zum anderen möchte man dem Kind aber auch die Bedeutung von Freizeit und sinnvollem Üben (Macht es Sinn vier Stunden am Stück im Nachmittags-/ Abendbereich zu üben?) näher bringen.

 

Wir empfehlen in diesen Fällen ein ehrliches Gespräch zwischen Eltern und Kind, bei Bedarf auch mit der jeweiligen Lehrerin/ dem jeweiligen Lehrer.

Viele Schüler*innen arbeiten/ üben oftmals weniger für sich, sondern vielmehr FÜR eine bestimmte Lehrperson. Ein nicht ganz unbedenkliches Phänomen (indes eines, das de facto dafür sorgt, dass ein Kind überhaupt übt).

 

 

Der Einzelfall dürfte entscheiden, welches Vorgehen als sinnvoll zu erachten ist – entweder ein Anschubsen oder auch ein Bremsen des Kindes.

Austausch, Absprachen und Verträge dürften hierfür passende Instrumente darstellen.

 

Und wenn dann noch sinnvolle Methoden des Übens und Lernen lernens einbezogen werden, dürfte diesem Schul-/ Lernproblem adäquat entgegen getreten worden sein.

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