SONSTIGE/ AGGRESSIONEN

Bin ich mit meiner Lernschwierigkeit/ meinem Schulproblem hier richtig?

- „Mein Kind verhält sich anderen Kindern gegenüber aggressiv.“

- „Ich höre, dass er regelmäßig andere schlägt, tritt, körperlich misshandelt.“

- „Sie ist verbalaggressiv, beschimpft ihre Mitschüler*innen, aber auch ihre Eltern und Lehrer*innen.“

- „Ich weiß nicht mehr, wie ich meinem Kind noch helfen kann.“

- „Ständig werde ich bei dem Klassenlehrer vorgeladen. Letzte Woche musste ich sogar zu der Rektorin. Ich schäme mich dann immer sehr.“

Tipps der Lernnavigatoren

Weitere Informationen zum Thema:

Genau wie bei dem benachbarten Thema Mobbing soll sich nachstehende Ausführung Aggressionen von Schüler*innen widmen.

 

Ungeachtet ihres jeweiligen Ursprungs, ungeachtet des jeweiligen Auslösers, ungeachtet der jeweiligen Situation und der jeweiligen unmittelbaren Folgen:

Wir behaupten, dass aggressive Schüler*innen selbst und vor allem diejenigen, die ihre Aggressionen nicht kontrollieren können, sondern beständig ausleben müssen, sich mehrheitlich auch mit Schul- und Lernschwierigkeiten konfrontiert sehen.

 

Vielleicht stellt dies eine Binsenweisheit dar.

Nichtsdestotrotz erscheint es uns wichtig auf dies und ferner die Bedeutsamkeit folgender Punkte hinzuweisen und zu behaupten:

- Der Schulerfolg des aggressiven Kindes ist bedroht, weil aufgrund der Häufigkeit an Streitigkeiten, Diskussionen, Auseinandersetzungen mit Mitschüler*innen, Lehrer*innen und Eltern Zeit, Lust und Willen leiden sich mit schulischem Lernen zu beschäftigen.

- Ein aggressives Kind wird in aller Regel nach einem Vorfall nicht einfach zur 'Tagesordnung Schule' (Mathematikunterricht, Deutscharbeit etc.) übergehen können. Eine negative Beeinträchtigung ist zu erwarten.

- Das Verhältnis zu Klassenkamerad*innen, Lehrer*innen und Eltern dürfte angegriffen und beschädigt sein.

(Welcher Mensch steckt derartige Verletzungen einfach weg? Welchem Menschen steht in/ nach diesen Situationen dann noch der Sinn nach schulischem Lernen? )

- Ein aggressives Kind ist häufig ein komplettes Leben lang stigmatisiert und kann darüber hinaus selbst Opfer aggressiven Verhaltens/ Mobbings sein oder werden.

 

 

Erscheint es da nicht sinnvoll zu fragen, warum Aggressionen auftauchen, woher sie stammen und/ oder durch was sie konkret ausgelöst werden - anstatt sie in der bloßen Hoffnung auf baldige Mäßigung oder bestmögliche zeitnahe Unterbindung blind zu bekämpfen?

Pauschale Ansätze und allgemeine Tipps dürften sich bei diesem Thema als noch weniger sinnvoll herausstellen als bei anderen Schul- oder Lernproblemen.

 

Eine Einzelfallbetrachtung, eine wertungsfreie Sammlung, Beschreibung und Analyse der Aggressionen, eine umfangreiche Kind-Umfeld-Analyse, Hospitationen in vielerlei Situationen und Umfeldern, Interviews, ärztliche Befunde sowie eine Vielzahl an weiteren Faktoren dürften erste Möglichkeiten einer adäquaten Hilfe für Betroffene darstellen.

 

Um es deutlich zu sagen:

Wir sehen uns auf diesem Feld nicht als Expert*innen, als Spezialist*innen, sondern lediglich als Unterstützende auf dem Weg hin zu einem bezüglich schulischer wie zwischenmenschlicher Hindernisse ebenerem Leben.

 

Ein störungsfreies schulisches Lernen sowie schulischer Erfolg können unserer Meinung nach ohne eine entsprechende Aufarbeitung in der Regel kaum von den Betroffenen geleistet werden, was Auswirkungen auf ihr gesamtes Leben haben dürfte.

 

Deshalb kommt in diesem Fall die erste Anregung, der erste Tipp ausnahmsweise von uns selbst:

An jeder Schule (bzw. an jedem zugehörigen Schulamt) arbeiten professionelle Schulpsycholog*innen, welche gleichermaßen Ansprechparter*innen für Eltern, Lehrer*innen und Schüler*innen sind und für diskreten Austausch zur Verfügung stehen.

Je nach Einzelfall schätzen wir ein Team bestehend aus Schulpsycholog*innen, Lehrer*innen, Eltern, Ärzt*innen, ggf. Schulsozialarbeiter*innen, ggf. der Peer-Group des Kindes (Freund*innen, Bezugspersonen etc.) und natürlich dem Kind selbst als guten Ausgangspunkt ein.

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