Gesundheit als Basis

Jedes angehende Schulkind muss vor der Einschulung eine ärztliche, meist schulärztliche Untersuchung absolvieren.


 

Unabhängig von den üblichen Unterschieden im Bildungsbereich der einzelnen Bundesländer Deutschlands - diese Untersuchung

- ist folglich absolut gängig.

- wird dokumentiert; ein entsprechender Beleg muss gewöhnlich bei der Einschulung vorliegen. (vgl. 1)

- soll feststellen, „ob ein Kind in irgendeinem Bereich besondere Förderung und Unterstützung benötigt.“ (1)

- hat das Ziel „jedem Kind die schulischen Bedingungen zu ermöglichen, die es braucht, um erfolgreich lernen zu können.“ (1)

 

- ist –aus unserer Sicht- überaus sinnvoll und ein entscheidender Schritt hinsichtlich der Prävention von Lernschwierigkeiten und Schulproblemen.

- ist –aus unserer Sicht- indes oft nur der Ausgangspunkt einer individuellen, kompetenten ärztlichen Beratung einer Familie/ eines Kindes, damit diese(s) sämtlichen schulischen Anforderungen gerecht werden kann.

 

Warum ist dies so?

 

Im schulischen Alltag begegnet man immer wieder Schüler*innen, Eltern, Familien und Lehrer*innen, die gemeinsam, als Team gut funktionierend, einem Schulproblem, einer Lernschwierigkeit begegnen wollen.

Es werden vielfältige Aktionen gestartet, Dinge ausprobiert, Versuche durchgeführt. Leichte Verbesserungen sind in der Regel tatsächlich erahnbar, erkennbar, aber der „große Wurf“ gelingt oft nicht.

Viele derartiger lobenswerter Anstrengungen klammern immer noch –aus welchen Gründen auch immer- eine ärztliche Beratung, die Unterstützung von medizinisch geschultem Fachpersonal, die Angebote von Profis- aus.

Genau diese Schritte stellen sich –im Nachhinein- jedoch oft als DIE fehlenden Puzzlestücke heraus, welche größeren schulischen Entwicklungssprüngen entgegenstehen.

 

Einige Beispiele:

 

  • Wie soll ein Kind Lesen und Schreiben lernen, wenn es schon im Bereich der (vgl.) Phonologischen Bewusstheit (Reimwörter, Sprachgefühl, Laute) schnell an seine Grenzen stößt? Die Ursache hierfür ist aber vielleicht nicht in den kognitiven Fähigkeiten eines Kindes zu suchen, sondern in einer Beeinflussung des Gehörs (z.B. aufgrund einer lange zurückliegenden, nie adäquat behandelten Krankheit).

  • Wie soll ein Kind korrekt in Linien oder von der Tafel abschreiben, wenn es aufgrund einer noch nicht entdeckten Beeinträchtigung des Sehens dazu eigentlich nicht in der Lage ist oder dies mit größten Anstrengungen kompensieren muss?

  • Wie soll ein Kind korrekt in Linien oder von der Tafel abschreiben, wenn es dazu feinmotorisch überhaupt nicht in der Lage ist bzw. unzureichend ausgebildet wurde?

  • Wie soll ein Kind Vorstellungen vom Minusrechnen, von der Subtraktion gewinnen (bzw. von entsprechenden Ausdrücken und Begriffen wie ‚auf dem Zahlenstrahl rückwärts gehen’, ‚weniger’, nach ‚links gehen’) etc., wenn es selbst nicht mal rückwärts gehen/ laufen kann?

  • Wie kann ein Kind im Sportunterricht mithalten, wenn gewisse physiologische Anforderungen (Haltung, Körperspannung, Gang, Motorik generell) aufgrund vielfältiger Gründe nicht geleistet werden KÖNNEN?

 

 

Die Beispiele sind beliebig und äußerst vielfältig.

Sie sollen veranschaulichen, dass eine Schülerin/ ein Schüler gewisse schulische Anforderungen nicht schaffen KANN, sollte es nicht ärztliche Angebote annehmen dürfen, auf denen Beratungen, Hilfestellungen, Therapien oder Programme ansetzen können (nicht unbedingt müssen).

Diese Schüler*innen können und werden in der Regel genauso zum Ziel kommen, die gleichen Anforderungen bewältigen wie der Rest ihrer Lerngruppe auch, aber eben mit Aufwand, Unterstützungen, technischen Hilfsmitteln, individuellen Hilfen.

 

Ein kurzer Vergleich:

Wir alle müssen/ mussten beim Erlernen des Autofahrens ebenfalls die eine oder andere Untersuchung über uns ergehen lassen.

Das Fahren lernt aber nur die/ der Kurzsichtige, welche/r nach Auffälligkeiten im Sehtest auch tatsächlich den mit Aufwand verbundenen Weg zu einer professionellen Beratung von Optiker*in oder Augenärzt*in wählt, sich entsprechend beraten lässt und mit Unterstützung gemeinsam aus entsprechenden Angeboten (Kontaktlinsen, Brille, OP etc.) den individuell passenden Ansatz wählt.

 

 

Genau diesen individuell passenden Ansatz finden und kennen im schulischen Bereich oftmals weder Lehrpersonen noch Eltern noch die Schüler*innen selbst.

Ist eine Auffälligkeit jedoch einmal erkannt und benannt, wäre es verantwortungslos und fahrlässig keine weiteren Schritte zu gehen und Schüler*innen somit Hilfestellungen anzubieten den Ursachen vieler Schul- und Lernprobleme zu begegnen.

 

 

Deshalb unsere Bitte:

Haben Sie bei ALLEN Bereichen unserer Seite, bei allen skizzierten Problembeschreibungen, Praxistipps und Beratungen IMMER weitere, physiologische Hintergründe im Blick.

Zwar kennen Sie die gesundheitliche Entwicklung Ihres Kindes mehrheitlich in groben Zügen, aber nur im Zusammenspiel mit einem kompetenten medizinischen Team können Sie die Bildungschancen Ihres Kindes optimieren und -vor allem- „nichts übersehen“.

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Quellennachweis:

(1) https://www.kindergesundheit-info.de/themen/entwicklung/entwicklungsschritte/einschulung/

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