SONSTIGE/ HOCHBEGABUNG

Bin ich mit meiner Lernschwierigkeit/ meinem Schulproblem hier richtig?

- „Sie hat einen nachweislich weit überdurchschnittlichen IQ.“

- „Ich bin in meinem eigenen Unterricht mit passgenauen Aufgaben für das Kind komplett überfordert. Ich weiß nicht mehr, was ich noch anbieten soll.“

- „Er ist mit dem Stoff der Klasse weit unterfordert; in ihm steckt ein unglaubliches Potential.“

- „Sie ist sehr ungeduldig mit anderen und kann/ will sich überhaupt nicht in eine Gruppe einbringen.“

- „Er stört ständig den Unterricht, obwohl er quasi alles weiß und sich einbringen könnte.“

- „Ich habe die Vermutung, dass absichtlich schlechte Leistungen erbracht werden, um nicht aufzufallen.“

Tipps der Lernnavigatoren

Weitere Informationen zum Thema:

Statistisch gesehen gelten 2-3 Prozent der Bevölkerung als hochbegabt.

Als Orientierungspunkt bzw. Kriterium für eine entsprechende Einordnung in das theoretische Konstrukt Hochbegabung gilt ein Intelligenzquotient von über 130, wobei selbstverständlich die Aussagekraft und Validität des Intelligenztests von entscheidender Bedeutung ist.

 

Fragen nach Ursachen einer Hochbegabung können von der Forschung noch nicht eindeutig beantwortet werden. Auch hier wird mehrheitlich ein Ansatz favorisiert, der eine enge Verbindung von genetischer Disposition und Umwelteinflüssen (z.B. Anregungen des Erziehungsumfeldes) vermutet.

Interessant erscheint immer auch die Überprüfung, ob herausragende Leistungen (nahezu ausschließlich) in einem schulischen Teilbereich erzielt werden oder für ein breiteres Spektrum gelten.

 

Eine Hochbegabung ist kein Phänomen, das sich erst ab einem gewissen Alter eines Kindes entwickelt; es beeinflusst das gesamte Leben eines Menschen mit all seinen positiven, allerdings stellenweise auch mit schwierigen Facetten.

Dies bedeutet, dass sich auch Kindergärten und (Grund-)Schulen bereits mit dieser kleinen, aber äußerst spannenden Klientel auseinander setzen sollten.

 

Ein Beispiel:

Im Erscheinungsbild, rein beobachtend, unterscheiden sich hochbegabte Schüler*innen, deren individuellen Bedürfnisse bislang noch nicht erkannt wurden oder denen diese nicht zugestanden werden, oftmals nicht (sehr) von Schüler*innen mit problematischem Sozialverhalten und/ oder Beeinträchtigungen des Lernens.

Was gleich aussieht, hat aber völlig unterschiedliche Hintergründe und Ursachen.

Dies zu erkennen ist die Aufgabe eines Zusammenspiels von Eltern und pädagogischem Personal.

Folglich ist auch im Bereich der Hochbegabung die Individualität eines Kindes zu betonen. Entwicklungen in- und außerhalb von Schule bzw. schulischem Unterricht verlaufen genauso unterschiedlich wie bei anderen Schüler*innen auch.

Auf Basis der tatsächlichen Beobachtung, dass Hochbegabte wiederholt mit ähnlichen institutionellen Schwierigkeiten zu kämpfen hatten und haben, können folgende Aussagen abgeleitet werden:

- Hochbegabte Kinder zeichnen sich durch sehr früh entwickelte, weit überdurchschnittliche Fähigkeiten und Interessen aus, durch die sie Gleichaltrigen oft beträchtlich voraus sind.

- Von hochbegabten Kindern wird häufig erwartet, dass sie sich in der Schule durch herausragende Leistungen auszeichnen. Das ist bei vielen, aber nicht bei allen hochbegabten Kindern der Fall.

- [Eltern von Hochbegabten machten häufig die] Erfahrung, dass hochbegabte Kinder Probleme in der Schule und im sozialen Umgang entwickeln können, wenn ihre intellektuellen Bedürfnisse lange Zeit nicht wahrgenommen wurden und die Kinder deshalb ihre Fähigkeiten nicht entfalten konnten (vgl. 1).

Für Lehrer*innen, welche in ihrer schulischen Laufbahn noch wenig oder keine Übung im Umgang mit hochbegabten Schüler*innen sammeln konnten, stellt ein hochbegabtes Kind in der Klasse eine Herausforderung dar.

Bilder im Kopf bzw. vermeintliches Vorwissen führen noch allzu oft dazu hochbegabte Schüler*innen vorschnell und einseitig mit sozial Auffälligen gleichzusetzen, die nicht in der Lage sind sich in eine Klasse einzuordnen und nur wenig Bereitschaft zeigen hier ihren Platz zu finden.

 

 

Bereits aus diesen kurzen Ausführungen muss man herauslesen, dass Hochbegabte in ihrer Individualität ernst genommen und mehrheitlich in ihrer Schullaufbahn genauso wie alle anderen Schüler*innen gefördert werden müssen.

Sie beschreiten genauso ihren eigenen Lernweg, der sich jedoch fast immer von der Mehrheit der restlichen Schüler*innen einer Klasse oder eines Jahrgangs (deutlich) unterscheiden dürfte und deshalb passgenau zugeschnitten werden muss.

 

Dies gilt für unauffällige Hochbegabte und noch mehr für Underachiever, sogenannte „Minderleister“, die ihr beträchtliches Potential aus persönlichen, sozialen oder institutionellen Gründen nicht abrufen können oder wollen.

 

 

Deutlich hiervon abzugrenzen sind Overachiever, sogenannte „Überleister“, die Leistungen oberhalb ihres ihnen zugeschriebenen bzw. vermeintlichen Potentials erzielen.

Auch diese Gruppe an Schüler*innen verdient eine frühzeitige Erkennung, eine sensible Behandlung und passgenaue Angebote in pädagogischen Kontexten.

 

 

 

Wir möchten versuchen an dieser Stelle zum einen Anregungen und Tipps von Lehrer*innen rund um das Thema Hochbegabung zu sammeln, Ihnen zum anderen weiterführende Adressen zu nennen, die Information und bei Bedarf auch professionelle Unterstützung von Spezialist*innen anbieten.

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Quellennachweis:

(1) https://www.dghk.de/

(2) https://besondersbegabte.alp.dillingen.de/

(3) https://www.bmbf.de/upload_filestore/pub/Begabte_Kinder_finden_und_foerdern.pdf

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