ZÄHLEN & RECHNEN - ZAHLEN & OPERATIONEN/

DIE BASIS/ VORLÄUFERFERTIGKEITEN

Genauso wie im Bereich Deutsch Kompetenzen im Bereich der Phonologischen Bewusstheit für das Erlernen des Lesens und Schreibens grundlegend sind, können für das mathematische Lernen entsprechende Grundvoraussetzungen benannt werden.

Man kann hier von mathematischen Vorläuferfertigkeiten sprechen.

 

Grob gesagt können die Jahre mathematischen Lernens vor der Grundschulzeit wie folgt zusammengefasst werden:

"Zu Beginn seiner Entwicklung lernt das Kind über seine Sinne das eigene Körperschema zu erfassen und seine Umwelt dazu in Beziehung zu setzen (mein rechtes Bein, rechts von mir ...). Über die Verknüpfung von Sinnesleistungen gelingt es zunehmend, Basisfähigkeiten und -fertigkeiten zu entwickeln, die eine Ausbildung spezifischer mathematischer Vorläuferfähigkeiten ermöglichen […].

Ihre Beherrschung ist nachweislich sehr wichtig für eine erfolgreiche Bewältigung des Mathematikstoffes der Grundschule und darüber hinaus." (1)

 

 

Auf den Punkt:

Es sind große Zusammenhänge erkennbar zwischen gut ausgebildeten mathematischen Vorläuferfertigkeiten und Erfolgen von Schüler*innen im schulischen Mathematikunterricht.

Ebenfalls gibt es deutliche Anzeichen für einen entsprechenden Umkehrschluss: Schüler*innen mit gering ausgebildeten mathematischen Vorläuferfertigkeiten werden –je nach Ausmaß- mit Beginn des schulischen Mathematikunterrichts sofort vor nur schwer oder kaum zu lösende Herausforderungen gestellt.

Forschungen im Bereich der Rechenschwäche, der Dyskalkulie, haben Abläufe im Rahmen der sensiblen Zeit der Ausbildung mathematischer Vorläuferfertigkeiten besonders im Blick. (vgl. 2)

Was aber ist nun genau mit mathematischen Vorläuferfertigkeiten gemeint?

Was muss ich bei (m)einem Kind beachten, damit mathematisches Lernen erleichtert wird bzw. einen potentiell erfolgreichen Verlauf nimmt?

(vgl. 1 & 2)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ergänzen würden wir gerne noch Kompetenzen im Bereich der Gedächtnisleistungen (etwas Nachlegen, Nachbauen etc.) und Kompetenzen im Bereich der räumlichen Orientierung samt eines entsprechenden Vokabulars (links, rechts, neben, über, unter, in der Mitte etc.).

 

 

Wir würden behaupten, dass Schüler*innen, welche über derartige Kompetenzen zu Schulbeginn verfügen, über einen gut gepackten Rucksack für den Mathematikunterricht verfügen bzw. für diesen gut vorbereitet sind.

 

Wir würden aber genauso behaupten, dass Schüler*innen, welche NICHT über derartige Kompetenzen zu Schulbeginn verfügen, im Mathematikunterricht von Beginn an (großen) Herausforderungen begegnen, die sich bei ausbleibendem Gegensteuern entsprechend verstärken oder potenzieren könnten.

Wackelt bereits das Erdgeschoss, ist ein Draufsetzen des 1. Stocks eine schwierige, gefährliche und mitunter unmögliche Angelegenheit.

 

Tipps zum Üben, zum Ausbilden der jeweiligen Kompetenzen sind in der oben aufgeführten Tabelle bereits integriert.

Nichtsdestotrotz haben wir weitere für Sie gesammelt.

Abschließend noch ein Expertentipp im Rahmen einer Veranschaulichung:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eltern mit Schüler*innen im Anfangsunterricht wundern sich häufig, warum Rechenoperationen wie eben z.B. die Addition (das Plusrechnen) üblicherweise erst gegen Ende des 1. oder gar im 2. Drittel des ersten Schuljahres ansetzen – und nicht bereits früher.

Die Erklärung ist nun recht nachvollziehbar. Die Ausbildung oder Festigung von mathematischen Vorläuferfertigkeiten besitzt zu diesem Zeitpunkt noch Priorität. Bevor auf eine symbolische Ebene gewechselt wird, muss ausreichend Verständnis für entsprechende additive Sachverhalte auf der sogenannten enaktiven und ikonischen Ebene entwickelt bzw. vertieft werden.

Die in der Skizze durch Pfeile dargestellten Wechselwirkungen zwischen den drei Ebenen sollten in späteren Phasen des Anfangsunterrichts übrigens genauso anhaltend berücksichtigt werden wie bestmöglich beim häuslichen Üben.

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Quellennachweis:

(1) https://www.forrefs.de/media/ntx/auer/sample/06663_Musterseite.pdf

(2) https://kindergartenpaedagogik.de/fachartikel/bildungsbereiche-erziehungsfelder/mathematische-bildung/489

(3) https://www.ilsa-lernentwicklung.de/Bilder/ILSA-symbolische-ikonische-enaktive-Ebene.html

Abbildung: vgl. 3

Die Erlaubnis zur Veröffentlichung der Veranschaulichung liegt zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht vor.

Bei Interesse folgen Sie bitte der unter (3) stehenden URL.

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