SCHREIBEN/ DIKTAT

Noch in naher Vergangenheit (und partiell bis heute!) galt/ gilt das Schreiben von ungeübten Diktaten (also fremden Texten ohne jegliche zuvor eingeführten und geübten Lernwörter oder Rechtschreibschwerpunkte) als der Königsweg beim Bestimmen der Rechtschreibfähigkeiten, –leistungen, -kompetenzen von Schüler*innen.

Hartnäckige Bestrebungen vieler Deutschdidaktiker*innen führten jedoch zu einer heutzutage mehrheitlich veränderten Einstellung gegenüber Diktaten im schulischen Deutschunterricht. (vgl. 1 & 2)

Während einige Deutschlehrer*innen –wie erwähnt- an diesem zweifelhaften Messinstrument festhalten, lehnt ein anderer Teil den Einsatz im eigenen Unterricht inzwischen gänzlich ab. Hier werden im Unterricht keinerlei Diktate mehr geschrieben.

 

Vielfach und vielerorts wählen Deutschlehrer*innen in der Praxis einen Mittelweg, der nicht mehr von einem komplett fremden Text ausgeht, sondern

- von einem in Gänze vorgegebenen Übungstext

- von scheinbar wahllos ausgesuchten Lernwörtern

- von Lernwörtern zu einem bestimmten Rechtschreibschwerpunkt (z.B. doppelte Mitlaute, Vorsilben ver- und vor- etc.).

 

Bei den beiden zuletzt genannten Ansätzen werden die Lernwörter im Vorfeld des eigentlichen Diktates eingeführt und mit verschiedensten Übungen zur Steigerung der Rechtschreibleistungen verbunden. (Entsprechende Übungen dürften in den anschließend folgenden Anregungen und Tipps zum Schreiben (un)geübter Diktate zur Genüge auftauchen.)

Die Benotung der Rechtschreibleistungen setzt dann entweder am gesamten Text, ausschließlich an den geübten Lernwörtern oder an diversen Mischformen an.

 

Diktate sind bei der Mehrheit derer, welcher dieser Testform im Rahmen ihrer Schulzeit begegneten oder heute noch begegnen, negativ belegt.

Generationen von Schüler*innen verbanden und verbinden damit Stress, Ängste, diesbezügliche Konflikte im Elternhaus und/ oder mit den Lehrpersonen oder gar den Inbegriff einer schlechten Note.

Umso erstaunlicher, dass sie in ungeübter Form als Diagnostikinstrument oder schnell vorbereitete Klassenarbeit noch immer Berücksichtigung an Schulen und beim häuslichen Rechtschreibtraining (!) finden.

Argumente wie „Ich muss in der 4. Klasse ungeübte Diktate schreiben, weil dies auf den weiterführenden Schulen gängige Praxis ist.“ finden im Grundschulbereich noch allzu häufig Nährboden.

 

 

Wir wollen die Diskussion um Diktate an dieser Stelle nicht weiter verfolgen (obwohl es durchaus überlegenswert ist sich zu fragen, wann in unserem Alltag das diktierte Wort tatsächlich eine authentische Schreibsituation darstellt).

Wir beobachten, dass viele Schüler*innen unter Diktaten leiden; sie fürchten, keinerlei Ansatzpunkte bei ihren Schwierigkeiten kennen.

Deshalb hoffen wir, dass oben gesammelte Anregungen und Tipps etwas zu einer Veränderung dieses Zustandes beitragen können.

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Quellennachweis:

(1) https://www.focus.de/familie/schule/paedagogik/diktate-abschaffen-schule_id_1993525.html

(2) http://www.dagmarwilde.de/deutsch/diktate.html

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