ZÄHLEN & RECHNEN/ ZAHLEN & OPERATIONEN/

HALBSCHRIFTLICHES RECHNEN

Erst im dritten und vierten Schuljahr der Grundschulzeit setzen die schriftlichen Rechenverfahren an. Man rechnet ab sofort in der Regel „untereinander“ in das Heft oder auf ein Schmierblatt, mit großen Zahlen, schnell verfügbaren Ergebnissen – und fragt sich als Schüler*in wie als Eltern genau dann, warum man das eigentlich nicht schon (viel) früher so erledigt hat.

Der Einwand ist verständlich, schließlich benötigt man für viele Additions-/ Plusaufgaben sowie Minus-/ Subtraktionsaufgaben tatsächlich nur gesicherte Kopfrechenkünste im Zahlenraum bis 20 oder knapp darüber hinaus.

Ein Beispiel mit der o.a. Aufgabe 64 + 19 = __

typische Herangehensweisen: 64 + 19 = __

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Lassen wir die beiden äußeren Spalten, den Taschenrechner und das wohl nur wenig auftretende „im Kopf auswendig“ mal außen vor, reduzieren sich die restlichen Herangehensweisen auf drei.

Mache ich mir nun bewusst, dass die Herangehensweise des „im Kopf herleitend“ eigentlich mit halbschriftlichen Rechenverfahren, also Rechnen Schritt für Schritt, vergleichbar ist, bleiben zwei Herangehensweisen, die wir nun nebeneinander stellen/ sehen sollten:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir vermuten, dass die Tabelle recht anschaulich darstellt, wie genau Vor- und Nachteile der beiden Herangehensweisen „Schriftliches Rechnen untereinander“ vs. „Halbschriftliches Rechnen“ abzuwägen sind.

Während das schriftliche Rechnen auf Schnelligkeit und Sicherheit setzt, sind Chancen des halbschriftlichen Rechnens eher in den Bereichen tiefere Einsichten, Flexibilität, Kreativität und Veranschaulichung zu sehen.

Beide Herangehensweisen sind aber auch mit jeweils gravierenden Nachteilen verbunden.

 

Dennoch:

Halbschriftliche Rechenverfahren, die in der 3. und 4. Klassenstufe im Bereich der Multiplikation/ des Malrechnens und der Division/ des Geteiltrechnens fortgesetzt werden, haben aufgrund ihrer beachtenswerten Möglichkeiten in einem qualitativ hochwertigen Mathematikunterricht ihren festen Platz.

Im schulischen Alltag erleben wir hinsichtlich des Einsatzes halbschriftlicher Rechenverfahren gerade bei extrem rechenschwachen Schüler*innen ein immer wieder auftretendes Abwägen von gleich zwei Gruppen: verzweifelten Eltern und skeptischen Lehrer*innen.

Eltern, weil sie sich im Alleingang und vorschnell dazu entscheiden, ihren Kindern das schriftliche Rechnen vorab selbst beizubringen, um sie –meist im Hinblick auf Tests und Klassenarbeiten- dadurch wenigstens zum richtigen Ergebnis zu führen.

Lehrer*innen aus den gleichen Beweggründen und im Sinne von Hoffnung auf eine zukünftige Alltagstauglichkeit des betroffenen Kindes, obwohl sie in diesem Fall eigentlich wider besseren Wissens (Automatisierung anstatt Grundlagenlegung/ „Lückenschließung“) handeln.

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