SCHREIBEN UND LESEN/ LAUT-BUCHSTABENVERBINDUNG

Schwierigkeiten wie diese tauchen spätestens bei Schulanfänger*innen in den ersten Wochen nach dem Schulstart auf. Bei Kindern, die bereits vor dem Eintritt in die Schulzeit begeistert mit Schrift und Buchstaben hantieren, natürlich entsprechend früher.

 

Hat ein Kind den Wunsch Buchstaben, Wörter, Texte zu Papier zu bringen, sind Fragen von Seiten des Kindes oder auch der Eltern an der Tagesordnung:

- „Wie schreibt man denn noch mal das A/a?“ (den Buchstaben A/a)

- „Du hörst doch ein [s] – was musst du denn dann schreiben?“

 

Hier sind Kompetenzen erforderlich, die von Kindern natürlich erst im Laufe der Zeit nach und nach erworben werden.

Für viele stellen sie allerdings eine von Anfang an hohe Hürde dar.

 

Buchstaben, die auf unterschiedliche Art und Weise ausgesprochen werden können (und das sind in unserem Alphabet sehr viele), sorgen in der Regel für zusätzliche Verwirrung und Probleme.

Die Laut-Buchstabenzuordnung, also die Fähigkeit jedem gehörten Laut einen, den richtigen, Buchstaben zuzuordnen ist in der deutschen Sprache nämlich deshalb so schwierig, weil es mehr Laute als Buchstaben gibt. (vgl. 1)

Das bedeutet also, dass teilweise gleich mehrere, verschiedene Laute dem gleichen Buchstaben zugeordnet sind.

 

Für viele Schülerinnen und Schüler kann dieser Umstand zu einer handfesten Schwierigkeit auswachsen, nämlich genau dann, wenn die Zuordnung Laut-Buchstabe oder umgekehrt Buchstabe-Laut auch nach dem üblicherweise dafür vorgesehenen Zeitraum im schulischen Anfangsunterricht nur in unzureichendem Maße gelingt.

Mit Blick auf Schülerinnen und Schüler, die einem Unterricht folgen, der beim Lesenlernen eine Lautsynthese (vgl. Deutsch – Lesen – Zusammenschleifen/ Lautsynthese/ Zusammenfügen) voraussetzt, werden natürlich dann Schwierigkeiten offenbar, wenn dem plötzlich auftauchenden Buchstaben(bild) nicht die passende Aussprache, der passende Laut zugeordnet werden kann.

 

Umgekehrt ist es einem Kind natürlich ebenfalls quasi unmöglich dem Schreibwunsch zu folgen, wenn es zu dem erfreulicherweise richtig Gehörten (Ich möchte das Wort ‚Löwe’ schreiben. Zuerst schreibe ich ein [l].) nicht den passenden, zugeordneten Buchstaben L/l kennt bzw. erinnert.

 

In beiden Fällen ist die Überforderung der Schülerin bzw. des Schülers verständlich.

In der Regel kommt es dann zum Verstummen, einem Schreibstopp oder –in beiden Fällen- zu oft lautstarken Protest hervorrufenden Rateversuchen.

 

 

Zum Abschluss wollen wir auf eine weitere Schwierigkeit im Rahmen der Laut-Buchstabenzuordnung hinweisen, mit der man sich in der Regel erst –wenn überhaupt- im Umfeld Schule beschäftigt:

Je nach Unterrichtskonzept steht entweder die Aussprache des Buchstabens K/k (als [ka:]) oder entsprechend zugeordneter Laute (zum Beispiel [k]) im Vordergrund.

 

Oft kommt es bei unterschiedlichen Hilfen bzw. Konzepten von Schul- und Elternseite zu folgenden Schreibungen/ nachvollziehbaren Verirrungen der Kinder:

Kaleid anstatt Kleid

oder

Bsn anstatt Besen. (1)

 

Hier prallt die gut gemeinte Absicht der elterlichen Unterstützung sehr oft auf genaue Vorstellungen von Lehrer*innen bzw. der von ihnen gewählten Lehrwerke.

 

 

Um eine Laut-Buchstabenordnung zu erleichtern und Ihr Kind zielgerichtet auf dem Weg des Lesens und Schreibens zu unterstützen, finden Sie oben stehend eine Auswahl an Anregungen und Praxistipps.

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Quellennachweis:

(1) http://www.rechtschreib-werkstatt.de/GrafOrtho/LB/html/g-laut4a.html

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