LESEN/ LESEFÖRDERUNG/ LESEMOTIVATION

Bevor man sich einer überschaubaren Problemdarstellung widmet und damit einhergehende Aspekte weiter ausführt, empfiehlt sich zunächst kurz ein ganz anderer Blick – der Blick auf die „nackten Zahlen“:

 

Die im Zweijahresrhythmus vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest (MPFS) durchgeführte Befragung von rund 1.200 Kindern und Jugendlichen im Alter von 6 bis 13 Jahren bietet eine beachtenswerte Quelle an Informationen und vermag vielleicht auch Ihren speziellen Fall ein wenig einzuordnen und mit anderen zu vergleichen.

 

Die zuletzt durchgeführte Studie im Jahr 2018 gibt an, dass für nur 3% aller befragter Jungen und 6% aller Mädchen Lesen die liebste Freizeitaktivität darstellt. (vgl. 1)

Sicher, die Konkurrenz ist groß und gegen Beschäftigungen wie Fernsehen, Digitale Spiele, Bedienen des Handys oder des Smartphones sowie Computer- und Internetnutzung kommt das Lesen eines Buchs, einer Zeitschrift oder eines Comics bei vielen Kindern und Jugendlichen oft einfach nicht an.

(Vielleicht ist es für viele Eltern an dieser Stelle beruhigend oder auch schön zu wissen, dass mit „Freunde treffen“, Draußen spielen“ und „Sport treiben“ immer noch drei eher analoge Hobbys den Einzug in die Spitze der Befragung gefunden haben. Vgl. 1)

 

Schaut man sich nun die tatsächliche Nutzung von Büchern an, so bekommt man ein durchaus erfreulicheres Ergebnis gezeigt: Rund die Hälfte aller Befragten gibt an, zur Zeit der Befragung in der Freizeit ein Buch zu lesen. (Vgl. 1)

Diese auffällige Trennung der Kinder und Jugendlichen in zwei Hälften spiegelt sich auch bei dem Punkt der Häufigkeit der Aktivität wider: Während die eine Hälfte der Befragten angibt jeden oder fast jeden Tag oder zumindest ein- oder mehrmals die Woche in der Freizeit zu lesen, spricht die andere Hälfte von einer selteneren Nutzung. 17 Prozent aller Befragten behauptet sogar niemals in der Freizeit ein Buch zu lesen. (Vgl. 1)

Jungen sind im Vergleich zu den Mädchen der zweiten Hälfte häufiger zuzuordnen. (Vgl. 1)

 

Wir behaupten, dass Sie mit einer hohen Wahrscheinlichkeit zu der Gruppe gehören, deren Kind in die Hälfte der Wenigleser oder gar Nichtleser einzuordnen ist, Sie sich deshalb sorgen und Sie genau deshalb diese Seite hier besuchen.

Nun könnte man sich als Eltern, Lehrerin, Lehrer oder auch als Kind selbst mit der Tatsache zufrieden geben, dass Menschen nun mal sehr unterschiedlich sind: der eine turnt eben lieber, die andere spielt nun mal gerne Basketball, ein anderer wiederum malt bevorzugt und eine andere geht am liebsten ins Schwimmbad.

 

Die Schwierigkeit, die viele Eltern umtreibt und viele Lehrkräfte umtreiben sollte, ist jedoch die, dass eine Ausübung der „Kulturtechnik Lesen“ mit vielen positiven, dem Lern- und Schulerfolg eines Kindes zuträglichen Vorteilen einhergeht. (2)

Einige davon sind aufgrund vielfältiger Forschung klar belegt, andere sind sogar eher Alltagswissen zuzuordnen, wiederum andere fordern eine noch intensivere Überprüfung und Darstellung als es diese Übersicht zu bieten vermag.

Vielerorts wird behauptet Vielleser*innen seien schlicht und einfach die kompetenteren Leser*innen. (vgl. 3)

Lassen Sie uns diese sehr allgemein gehaltene pauschale Anschauung ein wenig weiter aufschlüsseln, um noch ein wenig mehr über (angebliche) Vorteile des Viellesens zu erfahren:

 

- Gerade für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund (generell aber für alle Leser*innen!) scheint das Lesen einen großen Sprachschatz zu bieten, um mit einer vielleicht noch fremden (Ziel-)Sprache näher in Berührung zu kommen, neue Wörter (Wortschatz), Ausdrücke, Redewendungen etc., aber auch Grammatik zu lernen oder zu vertiefen.

 

- Lesen stellt neben digitalen Informations- und Unterhaltungsmedien eine Quelle dar, um sich Weltwissen in eigenem Tempo, in eigener Tiefe und natürlich hinsichtlich eigener Interessensgebiete anzueignen.

 

- Vielleser*innen würden –so wird behauptet- die Kulturtechnik Lesen besser beherrschen, auch schneller lesen als ihre Vergleichsgruppe und darüber hinaus das Wesentliche besser und rascher erfassen. (vgl. 3)

 

 

Ein klarer Blick auf die Fakten:

 

Festhalten kann man eindeutig -in zahlreichen Untersuchungen belegte- Zusammenhänge zwischen der Kompetenz einer Leserin/ eines Lesers und deren Lesemotivation. (zum Beispiel 4)

 

Leseverhalten und Lesekompetenz beeinflussen sich wechselseitig – insbesondere innerhalb der Gruppe von Schülerinnen und Schülern aus mittleren und höheren Bildungsschichten. (5)

 

Insofern ist jeder Wunsch Kindern und Jugendliche mehr fürs Lesen zu begeistern, sie für ein regelmäßiges, wenn nicht gar häufiges Lesen in ihrer Freizeit anzuregen und sie auf diesem sehr individuellen Weg zu unterstützen, absolut nachvollziehbar und wünschenswert.

 

Wir möchten Ihnen hierfür oben stehende Anregungen und Praxistipps an die Hand geben.

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Quellennachweis:

(1) https://www.mpfs.de/studien/kim-studie/2018/

(2) https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.iglu-studie-belegt-defizite-vom-lesen-haengt-der-ganze-schulerfolg-ab.72eacc8d-f8c5-49a4-bca8-45598ad317fa.html

(3) https://de.wikipedia.org/wiki/Lesef%C3%B6rderung

(4) http://www.ifs.tu-dortmund.de/cms/de/Praxis/Lesekompetenz-im-Grundschulalter/index.html

(5) https://www.fachportal-paedagogik.de/literatur/vollanzeige.html?FId=917810#vollanzeige

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