RECHENSCHWÄCHE/ DYSKALKULIE

Die oben angeführten Beschreibungen machen deutlich, dass es im Mathematikunterricht (wie in allen anderen Fächern auch) zu individuellen Situationen kommen kann, in denen sich normale Fehler, kleinere Schwierigkeiten oder Probleme zu handfesten, verfestigten und im normalen Umfeld kaum noch zu korrigierenden Teilleistungsstörungen entwickeln können.

Diese können bei Schüler*innen im schlimmsten Fall dann zu akutem Leistungsversagen, schlechten Noten, Versetzungsrisiken und vor allem Angst, Druck und Stress bei dem Kind selbst, dem familiären und schulischen Umfeld führen.

 

Das Verlangen derartige Auffälligkeiten, Hinweise, Symptome eines Kindes –bzw. des eigenen Kindes- einzuordnen, dem „Kind einen Namen zu geben“, ist absolut nachvollziehbar. Zu (unerwünschten) Symptomen gehört nun mal in der Regel auch eine Form der Krankheit.

So –die Hoffnung- gelingt es vielleicht auch besser dagegen anzugehen, Symptome zu mildern, zu therapieren, zu heilen.

 

 

Im Gegensatz zum entsprechenden Vokabular im Fach Deutsch fallen Bezeichnungen im Bereich der Mathematik etwas überschaubarer aus.

Wir empfehlen die Termini Rechenschwäche oder Rechenschwierigkeiten als allgemeiner gefasste Beschreibungen zu sehen, die jede Lehrerperson, aber auch sonst jede/r Involvierte als Ausdruck von individuellen Lernschwierigkeiten im Bereich der Mathematik verwenden darf.

Der Begriff Dyskalkulie hingegen bezeichnet ein anerkanntes Krankheitsbild, welches nicht von Lehrpersonen, sondern lediglich von Spezialist*innen diagnostiziert werden darf.

 

 

Unabhängig von Namen eines Phänomens oder einer Krankheit, unabhängig von diesbezüglichen Ursachen und beeinflussenden Faktoren gilt:

Eine individuelle Schülerin/ Ein individueller Schüler hat schulische Schwierigkeiten; sie/ er und das jeweilige Umfeld leiden darunter und es benötigt in der Regel sowohl schulische als auch außerschulische Unterstützungen, um den jeweiligen Lernproblemen adäquat entgegen zu treten.

 

 

Die Aufgaben von Lehrer*innen sind hierbei wie folgt zu beschreiben:

- Entwicklung von Sensibilität in Studium, Referendariat und beruflicher Laufbahn gegenüber möglicher Schwierigkeiten im Bereich des arithmetischen Denkens bzw. der Mathematik allgemein

- Durchführung eines qualitativ hochwertigen Mathematikunterrichts zur bestmöglichen Prävention entsprechender Lernschwierigkeiten

- Ansprechen von Auffälligkeiten bei betroffenen Schüler*innen - ohne die Absicht genaue Diagnosen, Einordnungen, Stigmatisierungen vorzunehmen

- Austausch mit/ Beratung von betroffenen Familien ((Noten-)Schutz im Unterricht)

- Unterstützung der betroffenen Schüler*innen und Familien im Rahmen der schulischen Unterrichtsarbeit; Berücksichtigung individueller Vorgehensweisen und Empfehlungen der kooperierenden Spezialist*innen

 

 

Die Aufgaben von Eltern sind hierbei wie folgt zu beschreiben:

- Austausch mit Lehrer*innen bei beobachteten Auffälligkeiten

- auf Wunsch Durchführung eines online-Fragebogens zu Symptomen und Auffälligkeiten als weiterer Baustein einer Einordnung

- (haus)ärztliche Vorstellung

- im Falle einer Überweisung Vorstellung bei Spezialist*innen, welche die individuellen Schwierigkeiten des bestimmten Kindes in professionell zugeschnittene Trainings oder Therapien überführen können

- auf Wunsch Information und Beratung durch Selbsthilfegruppen, Internetpräsenzen, Literatur etc.

 

Anregungen und Tipps zu den beschriebenen Lernschwierigkeiten sollen sich aus diesem Grund weniger auf Lernen, Üben oder Material beziehen, sondern vielmehr darauf abzielen die Organisation professioneller Hilfe von Spezialist*innen zu unterstützen:

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Quellennachweis:

(1) http://www.bvl-dyskalkulie.de/

(2) http://www.ifrk-ev.de/

(3) https://curlie.org/World/Deutsch/Wissen/Bildung/Schule/Lernschwierigkeiten/Rechenschw%C3%A4che/

(4) http://www.xn--rechenschwche-kfb.info/

(5) http://www.bdp-klinische-psychologie.de/fachgruppen/gruppe17.shtml

(6) https://www.rechenschwaeche.de/Hilfen_fuer_Eltern/Hilfen_fuer_Eltern_Eingliederungshilfe_nach_SGB.html

(7) https://idlweb.de/nachteilsausgleich-dsykalkulie-und-rechenschwaeche/

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