LESEN/ ZUSAMMENSCHLEIFEN/ LAUTSYNTHESE

Viele Schülerinnen und Schüler entwickeln in der langen Phase ihres Schriftspracherwerbs Schwierigkeiten Silben und Wörter als Ganzes zu erlesen.

(vgl. 1)

 

Ihnen gelingt es oft nicht die im Rahmen eines sogenannten lautsynthetischen Unterrichts vorgestellten/ bekannten Einzellaute zunächst zu (in der Regel kleineren) Silben, dann zu Wörtern und schließlich zu Texten zusammenzufügen.

 

 

Ein Beispiel:

Lautsynthetische Verfahren geben den Schülerinnen und Schülern von Beginn an Einzellaute/ Einzelbuchstaben an die Hand, oft in Form einer sogenannten Anlauttabelle oder –motivierender?- Schreibtabelle:

Möchte eine Schülerin bzw. ein Schüler nun beispielsweise das Wort MIT lesen, muss es also wissen, wie das Zeichen/ der Buchstabe M, das Zeichen/ der Buchstabe I und zu guter Letzt das Zeichen/ der Buchstabe T jeweils/ isoliert ausgesprochen werden.

Anders ausgedrückt: Wie heißen die Laute der einzelnen Buchstaben?

Diesen Entwicklungsschritt nennt man STUFE DER LAUTGEWINNUNG (vgl. 2).

Im Folgeschritt werden die Schülerinnen und Schüler dazu aufgefordert die zuvor gewonnenen einzelnen Laute miteinander zu ‚verschleifen’.

Dies bedeutet, dass diese nun miteinander verbunden, zusammengefügt, schnell zusammengelesen werden sollen.

Der allseitige Wunsch ist (natürlich) ein klares, pausenfreies, schnell artikuliertes MIT und kein langsam herausgepresstes, von Pausen durchsetztes, abgehacktes M – I – T (oder zur Verdeutlichung und Überspitzung: ein MMMMM-----IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII----T---------MIT). (vgl. 2)

 

Viele Schülerinnen und Schüler gelingt dieser Entwicklungsschritt der STUFE DER LAUTVERSCHMELZUNG (vgl. 2) zunächst nicht, nicht zufriedenstellend, nicht schnell genug etc.

Für diese Schülerinnen und Schüler stellt diese Stufe ein nur schwer zu überwindendes Hindernis dar. Eigentlich kein Wunder, schließlich müssen nicht nur die einzelnen Laute immer wieder ins Gedächtnis gerufen werden (Wie spricht man den Buchstaben M aus?), zudem müssen auch in der Regel gleichzeitig weitere kognitive, metasprachliche Entscheidungen gefällt werden:

Das hier gewählte Beispiel stellt Leserinnen und Leser beispielsweise vor die frühzeitige Entscheidung, ob der Buchstabe –in diesem Fall der Vokal- I kurz oder lang ausgesprochen wird. Spreche ich das Bisherige als MI (kurz) oder MIIII (lang) aus?

 

Ist die Stufe der Lautverschmelzung gesichert, ist die Leserin bzw. der Leser aufgefordert sich an größeren Leseeinheiten zu versuchen.

Bei der STUFE DES ZUSAMMENLESENS (vgl. 2) steht dann im Vordergrund eine inzwischen mögliche Silbe (MIT) nun zu Wörtern (MITTAGS) und später auch zu ganzen Sätzen (MITTAGS ESSE ICH GERNE SALAT.) „zusammenzulesen“.

 

 

 

In diesem Modell werden die drei Stufen

1. STUFE DER LAUTGEWINNUNG

2. STUFE DER LAUTVERSCHMELZUNG

3. STUFE DES ZUSAMMENLESENS

 

als notwendig aufeinander folgende Schritte angesehen.

 

 

Bezogen auf das Beispiel:

- Ist es der Leserin/ dem Leser nicht möglich dem Buchstaben M den Laut [m] zuzuordnen und diesen auszusprechen, rückt die Silbe MIT in weite Ferne.

- Ist es der Leserin/ dem Leser nicht möglich die Silbe MIT zu erlesen, wird das unbekannte Wort MITTAG zu einer schier unlösbaren Herausforderung.

- Hat die Leserin/ der Leser nicht ausreichend Verständnis und Übung bei kleineren Worteinheiten, sind größere mit sehr viel Aufwand, Kraft und Zeit verbunden.

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Quellennachweis:

(1) http://www.rechtschreib-werkstatt.de/rsl/les/lernen/html/2schritt.html

(2) https://de.wikipedia.org/wiki/Schriftspracherwerb

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