SONSTIGE/ LERNEN LERNEN

 

 

Bin ich mit meiner Lernschwierigkeit/ meinem Schulproblem hier richtig?

- „Mein Kind hat oft Schwierigkeiten eine schulische Aufgabe anzugehen. Es braucht da regelmäßig einen Schubs.“

- „Ihr fehlt da so eine Art Metaebene, ein Handwerkskasten, WIE man lernt.“

- „Er weiß überhaupt nicht, welche Materialien für sein Lernen oder zur Lösung des jeweiligen Problems hilfreich sind.“

- „Sie kann sich nicht selbst organisieren.“’

- „Die Vorbereitungen auf eine Klassenarbeit, einen Test überfordern ihn noch.“

- „Sie weiß nicht, wie man effektiv und effizient Vokabeln lernt.“

- „Ich mache mir Sorgen um ihr zukünftiges Lernen im Rahmen einer weiteren schulischen Laufbahn, Ausbildung oder Weiterbildung. Wenn ich mal nicht mehr helfen kann…“

Tipps der Lernnavigatoren

Weitere Informationen zum Thema:

Oben angeführte Aussagen drehen sich um den inzwischen 50 Jahre alten Terminus ‚Lernen lernen’ (vgl. 1), welcher immer zweierlei Ansätze verfolgt:

- Zum einen sollen Lernende (wir sprechen hier von Lernenden und nicht von Schüler*innen, um im Sinne des lebenslangen Lernens eine gewisse Altersunabhängigkeit zu demonstrieren) im Rahmen einer aktuellen Lernsituation adäquate Lerntipps, Lernmethoden, Materialien zu einem cleveren, nachhaltigen Lernen angeboten bekommen. Ziel ist es, dass Lernende auf dem Lerngegenstand angemessene Methoden und unterstützende Materialien zurückgreifen können, um ein möglichst passgenaues Lernen zu ermöglichen.

Dies ist jeweils abhängig von Lerngegenstand und Anlagen des Lernenden selbst – im Sinne der Philosophie der Individualität von Lernen und Lernenden.

- Zum anderen sollen Lernende für zukünftige Lernsituationen bestmöglich vorbereitet werden, im Sinne eines lebenslangen Lernens in Beruf und Freizeit.

 

 

Die einzige persönliche Anekdote dieser Seite:

In den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts bekam ich vom Vater eines Freundes ein Geschenk zu meiner Firmung – Sebastian Leitners Buch „So lernt man lernen“. Nachdem dieses gut gedachte und –zumindest im Nachhinein betrachtet- wirklich sinnvolle Geschenk einige Jahre in eher dunklere Ecken des Bücherregals gewandert war, wurde es rechtzeitig für die Abiturvorbereitungen wieder ausgegraben. Ein kurzer Blick hinein verriet, dass das Lernen mit Karteikarten als der neueste Schrei und besonders Erfolg versprechend eingeschätzt wurde.

Nach dem Kauf von mehreren Hundert Karteikarten und einem extrem hässlichen lila Karteikasten mit A-Z-Register bereitete ich mich hiermit optimistisch, doch mehr oder weniger intensiv auf meine Geschichts-Leistungskurs-Prüfung vor.

Da die drei Themen der Lehrerin klugerweise (dreisterweise?) mit „Das lange 19. Jahrhundert“, „Weimarer Republik“ und „Hitler“ benannt wurden, hatten meine Kurskamerad*innen und ich bei unseren Vorbereitungen nicht wenig zu tun.

Nach einer Woche ungewohnt harter Arbeit waren Dutzende und Aberdutzende Karteikarten beschrieben, verziert, ausgearbeitet - und nun bereit zum Einordnen in das A-Z-Register des Karteikastens.

Das wenig überzeugende Ergebnis dieser Aktion konnte recht schnell in Augenschein genommen werden. So tummelten sich beispielsweise beim Buchstaben H gleichermaßen u.a. das Hambacher Fest (1832), der Hitlerputsch (1923), ein Paul von Hindenburg als zweiter Reichspräsident der Weimarer Republik (1925) und ein Holocaust (ca. 1941-45) – natürlich auch innerhalb des Buchstabens brav alphabetisch sortiert.

Dass Geschichte wohl besser anders, chronologisch zu erfassen sei, auf einem Zeitstrahl, das dämmerte mir erst als ich mit den entsprechenden Karten dann auch tatsächlich lernen wollte. Aufgrund von Bequemlichkeiten bzw. der schlichten Weigerung den als zielführend propagierten Lerntipp zu modifizieren bzw. zu optimieren, wurde die Methode kurzerhand beibehalten.

 

Das Ergebnis sprach für sich.

 

 

Eher schmerzhaft musste ich hier etwas erfahren, was mich mein weiteres Leben begleiten sollte: Der Lerngegenstand, der Lernende und die Lernmethoden (samt Materialien) müssen zueinander passen, aufeinander abgestimmt sein, um bestmögliche Erfolge zu erzielen.

 

Neben weiteren persönlichen Erfahrungen rund um mein eigenes Lernen oder das Lernen von Kindern und Jugendlichen, z.B. in meinem Nebenjob, im Verlauf meines Studiums oder meines Berufs war es dann ein Angebot meines Schulamtes, welches weitere Türen im Haus des ‚Lernen lernen’ für mich öffnete.

 

Die Ausbildung zum ‚Fachberater Neurowissenschaften und Lernen’ verdeutlichte schon in ihrem Titel ihren klaren Ansatz:

- Gehirnforschung und Lernen gehören eng zusammen.

- Wer etwas über das Lernen wissen möchte, sollte Erkenntnisse der Neurowissenschaften einbeziehen.

- Auf Basis neurowissenschaftlicher Erkenntnisse sind Folgerungen für ein erfolgreiches (lebenslanges) Lernen zu ziehen.

 

 

‚Lernen lernen’ ist also als umfassendes, stetig weiter zu schreibendes Feld anzusehen, welches auf Basis neurowissenschaftlicher Forschung die individuellen Kompetenzen und Leistungen von Lernenden verbessern möchte.

Entsprechend des Lerngegenstandes und weiterer äußerer Umstände müssen passgenaue, individualisierte Ansätze (bestmöglich selbst) erkannt und mit Unterstützung spezifischer Materialien umgesetzt werden.

 

 

Dies können sogar Karteikarten sein.

Aber eben nicht für rund 150 Jahre chronologisch aufgebauter Geschichte.

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Quellennachweis:

(1) https://de.wikipedia.org/wiki/Lernen_lernen

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