SONSTIGE/ MOBBING

 

 

Bin ich mit meiner Lernschwierigkeit/ meinem Schulproblem hier richtig?

- „Mein Kind fühlt sich gemobbt.“

- „Sie wird regelmäßig in der Schule körperlich angegangen.“

- „Jeden Tag muss er sich unliebsame Spitznamen und Beleidigungen gefallen lassen.“

- „Ihr wird gedroht!“

- „Seine Schulkameraden haben eine WhatsApp-Gruppe (gegründet), in der sie regelmäßig über ihn herziehen.

- „Ich habe das Gefühl, dass weder meine Eltern noch meine Lehrer*innen wissen, was sie dagegen tun sollen.“

„Mir hört eh keiner zu.“

Tipps der Lernnavigatoren

Weitere Informationen zum Thema:

„Mobbing“ an Schulen ist in der realen sowie digitalen Welt nicht mehr nur ein Randphänomen, sondern ein ernstzunehmendes Thema." (1)

So lautet der Auftakt der Dokumentation „Mobbing an Schulen“ der Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestages aus dem Oktober 2018.

 

Hierin wird der nur schwer definierbare und vielfach inzwischen zu inflationär verwendete Begriff ‚Mobbing’ wie folgt ausgelegt:

„Mobbing“ erfasst alle Formen von Gewalt durch einen oder mehrere andere Personen, denen das Opfer wiederholt und über längere Zeit ausgesetzt ist.

Erfasst sind somit sowohl die psychische als auch physische Gewalt in Form von Schlagen, Schubsen oder etwa Treten.

Zu den Formen psychischer Gewalt zählen Verhaltensweisen wie das Beleidigen, Beschimpfen oder anderweitiges Schikanieren.

„Cybermobbing“ als eine Form des psychischen Schikanierens erfolgt mithilfe von Internet- und Mobiltelefondiensten über einen längeren Zeitraum hinweg. (vgl. 1)

Mobbing unter Schüler*innen wird zunehmend empirisch abbildbar; zahlreiche Studien haben diesen Forschungsgegenstand aufgenommen und unterscheiden hierbei in der Regel zwischen schulischem Mobbing und außerschulischem Mobbing.

Interessant ist, dass sich besagte Studien fast ausschließlich auf ältere Schüler*innen der weiterführenden Schulen beziehen und Mobbing an Grundschulen nur selten in den wissenschaftlichen Fokus rückt.

 

Eine im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung gegebene repräsentative Studie unter nahezu 3.500 bundesweit befragten Schüler*innen im Alter zwischen acht und 14 Jahren hebt sich hier ab und eröffnete im Sommer 2019 interessante wie bedenkliche Ergebnisse. (vgl. 2)

 

Ein kurzer Überblick (vgl. 2):

 

- Ein Viertel aller Befragten gab an sich an der eigenen Schule nicht sicher zu fühlen.

- 30 Prozent der befragten Grundschüler*innen gab an, im Vormonat von anderen Schüler*innen gehänselt, auch ausgegrenzt und zudem «absichtlich gehauen» worden zu sein.

- Nur 22 Prozent der Grundschüler*innen gab an keinerlei derartige Negativerfahrung gemacht zu haben.

- Materiell bzw. sozioökonomisch benachteiligte Schüler*innen sind stärker von Ausgrenzung und Gewalt betroffen als Mitschüler, die sich nicht um die finanzielle Lage der Familien sorgen.

 

 

Ungeachtet dessen, inwieweit sich nun derartige Aktionen auf die Schule selbst, auf den Schulweg oder auf Begegnungen außerhalb der Schule oder in den sozialen Medien beziehen – die Forschungsergebnisse setzen ein deutliches, extrem unfreundliches Ausrufezeichen, das mit aller Macht und vielseitig bekämpft werden muss.

Bezogen auf Schul- und Lernschwierigkeiten von Kindern und Jugendlichen dürfte doch allen klar sein – wenn schon aus eigener Erfahrung in Kindheit, Jugend und Erwachsenalter oder im empathischen Sinne:

Wer gemobbt wird, physisch und psychisch angegangen wird, wer sich in seiner eigenen Schule nicht sicher fühlt und sogar Aktionen außerhalb der Schule fürchten muss – kann diejenige/ derjenige sich voll auf das schulische Lernen konzentrieren?

 

Wir behaupten, dass dies nur in absoluten Ausnahmen der Fall sein dürfte.

Enttäuschen dann noch Eltern und/ oder Lehrer*innen als Anlaufinstanz, als Ohr zum Zuhören, als Herlfer*in in der persönlichen Not – dann dürften Folgen derartiger Aktionen und derartigen Versagens nicht lange ausbleiben.

 

 

„Es besteht dringender Handlungsbedarf.“

Dieser Reaktion auf die Studie und eigene Erfahrungen gibt es nur wenig hinzuzufügen.

 

Außer vielleicht, dass 8,6 Prozent der Befragten ihr eigenes Zuhause als NICHT SICHEREN ORT (!) einschätzten (ein unhaltbarer Zustand!).

Wenn das eigene Zuhause, das eigene Kinderzimmer schon nicht als sicher empfunden wird, dann sollte es wenigstens die Schule sein und den Betroffenen bestmöglich einige unbeschwerte Stunden am Tag bieten.

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Quellennachweis:

(1) https://www.bundestag.de/resource/blob/592494/4ee825520cb3b29d7a6c0b6555f01657/WD-9-056-18-pdf-data.pdf

(2) https://www.news4teachers.de/2019/07/bertelsmann-studie-irritierend-viele-schueler-erleben-ausgrenzung-und-gewalt-schon-an-der-grundschule/

(3) https://www.eltern.de/mobbing-in-der-schule

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