SONSTIGE/ PRÜFUNGSANGST

 

 

Bin ich mit meiner Lernschwierigkeit/ meinem Schulproblem hier richtig?

- „Ich kann mir diese Note, diese Leistung nicht erklären. Zuhause hat er noch alles gekonnt.“

- „Eigentlich kann sie es doch!“

- „Bei ihr sind in Prüfungssituationen deutliche körperliche Reaktionen wahrnehmbar.“

- „Er steht sich selbst im Weg.“

 

- „Das Kind leidet darunter.“

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Erstgenannter Beispielsatz dürfte für viele Lehrer*innen einen hohen Wiedererkennungswert besitzen. Enttäuschte und oft auch verzweifelte Eltern versuchen im Elterngespräch ihr Unverständnis auszudrücken, warum das eigene Kind (mal wieder) nicht die PS auf die Straße, (erneut) nicht die Leistungen in Prüfungssituationen abrufen konnte, die es doch eigentlich abrufen könnte.

 

Festzuhalten ist, dass es für die meisten Menschen Unterschiede gibt zwischen Probeklausuren, Testaufgaben oder Übungssituationen im Vorfeld einer Prüfung und der tatsächlichen Prüfung.

Dass Belastungen, Stress, Sorgen, Ängste etc. eher in dem Moment, in dem es „um alles“ geht, auftreten als zum Beispiel bei einer Generalprobe zuvor, die man ja zur Not –je nach Ergebnis- als Wegweiser für sich selbst interpretieren kann – oder eben nicht.

 

Auf den Punkt gebracht:

Es gibt im schulischen und außerschulischen Leben Momente, da zählt es.

Wer mit dem Druck in diesen Situationen klar kommt, fährt diesbezüglich gut im Leben; wen dieser Druck überfordert, hemmt oder blockiert, befindet sich klar im Nachteil und muss wohl die eine oder andere Straf- oder Ehrenrunde über sich ergehen lassen.

 

In Erinnerung an die eigene Schulzeit und mit Blick auf die Lage heute, ist nur allzu leicht erkennbar, dass Anforderungs-, Prüfungs- und „Alles oder nichts“-Momente nach einer gewissen Eingewöhnungs-/ Schonzeit zum Alltag von Schüler*innen gehören: Vokabeltests, Diktate, Aufsätze, Präsentationen, Mathematikarbeiten, Gedichte aufsagen, Lieder singen, Sportprüfungen etc. – zu Stoßzeiten müssen hiervon bis zu 3-4 Herausforderungen pro Woche gestemmt werden.

 

Dadurch, dass man aus einem natürlichen „Lebenslangen Lernen“ auch ein „Lebenslanges Prüfen“ folgern kann, wird darüber hinaus nur allzu schnell deutlich, dass die Themen Prüfungen und Prüfungsängste eben nicht mit dem Abschlusszeugnis aus Schule, Ausbildung, Hochschule etc. abrupt beendet sind, sondern das weitere Leben mehr oder weniger stark beeinflussen.

 

 

Die interessante Frage ist aber nun, wo bei bescheinigtem Leistungsversagen eine Prüfungsangst als Entschuldigung, als quasi Ausrede (von Schüler*innen und Eltern gleichermaßen, s.o.) herangezogen wird, oder wo tatsächlich Faktoren auftraten, die in jenem Moment das Erfüllen der Anforderungen schlichtweg unmöglich machten.

Anders ausgedrückt: Wo wird simuliert und schöngeredet, wo nicht? Wer sollte sich auf Prüfungen anders/ besser vorbereiten, wer benötigt evtl. professionelle Hilfe im Umgang mit realen Ängsten?

 

 

Uns ist es ferner wichtig darauf hinzuweisen, dass die meisten Menschen in Prüfungssituationen ein Unwohlsein, leichte Ängste, ein „Lampenfieber“ verspüren.

Viele sehen dies sogar als positives Zeichen an, als Vorbereitung darauf in dem bevorstehenden Moment auch wirklich das Beste aus sich herauszuholen.

Schüler*innen mit Prüfungsangst hingegen werden von diesen aufkommenden Gefühlen, von diesen Sorgen, von der Panik überrollt.

Diese führen zu psychischen und physischen Blockaden sowie dazu, dass der erhoffte Erfolg in weite Ferne rückt.

 

 

Ein bedeutsamer Fakt:

Prüfungsangst kann unter gewissen Umständen als eine anerkannte Krankheit anerkannt werden. (vgl. 1)

[Sie] wird dann als krankhaft betrachtet, wenn sie eine erhebliche Beeinträchtigung des Patienten darstellt, Probleme im sozialen Umfeld auslöst und – besonders im Kindesalter – die normale Entwicklung der Person verhindert. (1)

Sie bildet sich im ICD-Code (Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme) nicht exakt [das heißt nicht explizit, nicht wortwörtlich] ab; diese Klassifikation muss jedoch auch hier Anwendung finden.

 

 

Je nach Ausprägung kann Schüler*innen mit Prüfungsangst Anregungen und Tipps an die Hand gegeben werden, um sich in konkreten Situationen möglichst adäquat zu verhalten und zu lernen mit den eigenen Ängsten umzugehen (s.o.).

 

Ab einem gewissen Ausprägungsgrad aber empfehlen wir nachdrücklich professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen und gemeinsam mit Spezialist*innen an Strategien für Prüfungssituationen zu arbeiten.

Unter einer „erheblichen Beeinträchtigung“ (1) darf und muss niemand leiden; Betroffenen muss wie in allen anderen Krankheitsbereichen auch psychologische oder physiologische Hilfe geboten werden.

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Quellennachweis:

(1) https://de.wikipedia.org/wiki/Pr%C3%BCfungsangst

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