SONSTIGE/ STRESS

Bin ich mit meiner Lernschwierigkeit/ meinem Schulproblem hier richtig?

- „Mein Kind klagt des Öfteren über Stress.“

- „Sie empfindet die Schule –und speziell die Hausaufgaben- als Stress.“

- „Er ist noch ein kleines Kind, aber ihn stressen schon sehr viele Dinge.“

- „Sie musste jetzt schon das dritte Mal in dieser Woche wegen Bauchschmerzen abgeholt werden.“

- „Vor jeder Klassenarbeit hat er Angst.“

- „Meine Eltern stressen mich genauso wie meine Lehrer*innen.“

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Unsere heutige Welt ist ohne Stress kaum noch vorstellbar.

Üblich in der Beschreibung der aktuellen Gesamtsituation, gängig bei der Beschreibung der momentanen Lage im Beruf sowie der jeweiligen familiären Verhältnisse. Gestresste Menschen zeigen, dass sie mitten im Leben stehen; sie sind gut vernetzt, sinnvoll beschäftigt und eingespannt.

Durch ihre Wortwahl verdeutlichen sie ihren Mitmenschen, wie wenig Freizeit oder gar Langeweile bei ihnen aufkommen kann, auch wie wenig Zeit sie für andere(s) haben, doch auch wie heldenhaft sie trotz der vielfältigen Hindernisse und Stressfaktoren das jeweilige (familiäre/ berufliche/ generelle) Leben managen.

Zugegeben: Jeder Mensch empfindet oder hat tatsächlich stressige Phasen – all dies ist Untersuchungsgegenstand zahlreicher Forschungen- doch könnte man behaupten, dass der Begriff aktuell (gerne?) einen inflationären Gebrauch findet.

 

Realtiv neu ist jedoch, dass

- immer mehr Schüler*innen bereits zur Grundschulzeit Stress empfinden,

- immer mehr Schüler*innen die Schule selbst als Stressfaktor benennen,

- immer mehr Schüler*innen bereits in einem noch jungen Alter ihre jeweilige (Gefühls-)Situation sogar explizit mit dem Wort ‚Stress’ beschreiben.

(vgl. 1)

 

Bereits 2012 kam eine repräsentative Studie mit einer Stichprobe von rund 5.000 Kindern zu dem Ergebnis, dass

- ein Drittel von Deutschlands Zweit- und Drittklässlern die Schule als Stressfaktor ansieht

- sich ein Viertel der befragten Zweit- und Drittklässler gar „oft“ oder „sehr oft“ durch die Schule gestresst sieht.

- die Schule in der Regel vor anderen Stressfaktoren wie „Ärger und Streit“, familiären Auslösern o.ä. steht. (vgl. 1)

 

Weitere Studien der Folgejahre konnten diese Eindrücke bestätigen und neue Kenntnisse gewinnen. Unter anderem den interessanten Beleg dafür, dass Stress während der Schulzeit bzw. mit ansteigenden Schuljahren zunimmt und dass Mädchen für Stress anfälliger erscheinen als Jungen.

(vgl. 2)

 

 

An dieser Stelle ist eine wichtige Unterscheidung zu treffen:

Lehre und Forschung im Bereich Stress erbringen immer neue Resultate, welche den bisherigen Blick auf den Forschungsgegenstand bestätigen, ergänzen, ihm stellenweise auch widersprechen.

Uns erscheint jedoch sinnvoll festzuhalten, dass sowohl Kinder und Jugendliche als auch Erwachsene kurzzeitig angelegten positiven Stress empfinden können, welcher sie in Alarmbereitschaft versetzt, sie auf etwas Wichtiges vorbereitet und Leistungen sogar unterstützt.

Davon abzugrenzen ist jedoch eine über eine längere/ lange Zeit empfundene, nur schwer aufzulösende Phase des Gestresstseins, welche sich auf die jeweilige körperliche Konstitution, auf die Gesundheit des Gestressten auswirken dürfte.

 

Erhebungen von Krankenkassen beispielsweise weisen nachdrücklich und wiederholt auf die Folgen von Stress bei Kindern und Jugendlichen hin.

Körperliche Beschwerden wie Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Schlafprobleme, Panikattacken, Bauchweh etc. werden hier als (partiell regelmäßige) körperliche Beschwerden der befragten Zielgruppe aufgezählt und somit als mögliche Folgen von Stress ins Spiel gebracht bzw. diskutiert. (vgl. 2)

 

 

Wir würden behaupten, dass zu allen Zeiten, in denen Kinder und Jugendliche auf die Bildungseinrichtung Schule trafen/ treffen/ treffen werden, psychisch wie physisch belastende Situationen auftraten, auftreten und (leider) auch zukünftig auftreten werden.

Auffällig und alarmierend erscheint indes die –ob vorschnelle oder wirklich angebrachte- Zustandsbeschreibung Stress, die von vielen Schüler*innen zunehmend wahrgenommen, gefühlt, geäußert wird.

Wird diese nicht nur im Sinne eines oberflächlichen Reiz-Reaktionsschemas („Wie geht es dir?“ - „Gut.“; „Wie läuft es gerade bei dir?“ - „Stress!“) geäußert, sondern tatsächlich so über einen längeren Zeitraum hin so empfunden, sind körperliche Beeinträchtigungen oder Folgeschäden höchstwahrscheinlich.

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Quellennachweis:

(1) https://www.kinderschutzbund-nrw.de/pdf/2012-11-19%20PM%20Elefanten%20Kinderstudie%20STRESS%20(1).pdf

(2) https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/77981/Fast-jeder-zweite-Schueler-leidet-unter-Stress

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