SONSTIGE/ STRUKTUREN UND RITUALE

 

 

Bin ich mit meiner Lernschwierigkeit/ meinem Schulproblem hier richtig?

- „Das Kind kommt regelmäßig zu spät.“

- „Das Kind hat häufig nicht alle Schulsachen dabei.“

- „Die Postmappe des Kindes ist immer voll. Ganz oft liegen Dinge darin, die nichts darin zu suchen haben.“

- „Er erscheint mir vollkommen orientierungslos.“

- „Hausaufgaben, Üben, schulische Fortschritte erfolgen bei dieser Familie oft in Wellen – auf gute Zeiten folgen schlechte, folgen gute, folgen schlechte…“

- „Unbeständig!“

Tipps der Lernnavigatoren

Weitere Informationen zum Thema:

Entgegen unseres sonstigen Vorgehens sind die o.a. Beispielsätze in diesem Fall ausschließlich aus der Perspektive von Lehrer*innen geschrieben.

Bei diesem besonderen Schulproblem wollen wir nämlich ausdrücklich die Eltern der Schüler*innen in die Pflicht nehmen – und speziell diejenigen, von denen wir vermuten, dass sie über diese Punkte vielleicht noch nicht oft nachgedacht haben.

 

Es soll sich hierbei nicht um eine pauschale Unterstellung handeln, dass die von diesen Schwierigkeiten betroffenen Eltern 'schlechte Eltern' sind.

Es sollen sich auch keine Eltern angesprochen fühlen, die ihre Aufgabe in aller Regelmäßigkeit toll erledigen, ihr Kind großartig unterstützen und nur in absoluten Ausnahmefällen nicht den -auch ihren selbst gesteckten- Erwartungen entsprechen.

Es soll sich hierbei um ein Wachrütteln derjenigen handeln, die den nachfolgenden Fragen bislang noch keine oder nur wenig Beachtung geschenkt haben:

 

- Können Sie sich vorstellen, wie ein Kind sich fühlt, wenn sein Schultag regelmäßig mit einer Entschuldigung für eine Verspätung beginnt, für die es nicht selbst verantwortlich ist?

- Können Sie sich vorstellen, wie ein Kind sich fühlt, wenn es jeden Tag ein Mäppchen mit in die Schule schleppt, in dem wichtige Materialien und Werkzeuge fehlen oder Stifte ungespitzt sind und mit dem man folglich nicht gut arbeiten kann?

- Können Sie sich vorstellen, wie ein Kind sich fühlt, wenn es deshalb jeden Tag andere um Hilfe bitten muss – und dies möglichst heimlich, damit die jeweiligen Lehrer*innen es nicht mitbekommen?

- Können Sie sich vorstellen, wie ein Kind sich fühlt, wenn es wieder mal die/ der Letzte bei der Abgabe von etwas ist, Materialien aus der Postmappe fehlen, nicht unterschrieben sind etc.?

- Können Sie sich vorstellen, wie ein Kind sich fühlt, wenn es mal wieder um ein Frühstück bei anderen betteln muss, weil das eigene entweder nicht gemacht oder vergessen wurde einzupacken?

- Können Sie sich vorstellen, dass viele dieser Kinder selbst nur wenig Struktur besitzen, weil sie diese nie im familiären Umfeld vorgelebt bekommen und gelernt haben?

- Können Sie sich vorstellen, dass eine verbesserte Alltagsstruktur sich auf Inhalte des Bereichs Lernen lernen (Wie lerne ich?) auswirken könnte?

- Können Sie sich vorstellen, dass viele dieser Kinder deutliche(re) Fortschritte im Bereich schulischen Lernens machen würden, wenn regelmäßige, ritualisierte Vorgänge ihren Tag prägen würden?

 

Aufstehen, Badezimmer, Frühstück, Anziehen, Schulweg, Schulvormittag, Schulweg, Mittagessen, Ausruhzeit, Hausaufgaben, Übungszeit, Spielzeit, Verein, Abendessen, Badezimmer, Lesezeit, Schlafenszeit.

 

- Können Sie sich vorstellen, dass dies quasi jeden Schultag GLEICH oder zumindest ÄHNLICH gestaltet werden sollte, mit ähnlichen, festen Ankerpunkten und Uhrzeiten für Kind und Eltern?

- Können Sie sich vorstellen, dass Eltern mit ihrem Verhalten, ihren Abläufen, ihren Vorgaben für das Kind ein Vorbild darstellen, einen verlässlichen Rahmen, an dem man sich orientieren kann (und muss!)?

 

 

Sicher, auch Lehrer*innen haben die Aufgabe Schüler*innen Struktur vorzuleben, zu bieten, bestmöglich beizubringen.

Sei es im Rahmen eines ritualisierten Unterrichts, klarer Aussagen, verlässlicher Vorgaben oder beständigen Auftretens – dies fängt schon bei sauberer Kleidung und einem gepflegten Äußeren an.

 

Die AUFGABEN, die PFLICHTEN DER ELTERN hingegen beeinflussen das Leben der Kinder fast ausschließlich intensiver und tiefgreifender.

Deshalb ist es die wenig schöne und undankbare Aufgabe von Lehrer*innen betroffene Eltern anzusprechen, aufzurütteln und sie auf denkbare Unterstützungen anzusprechen.

Und deshalb führen hier Augenwischerei, Wegschauen oder Kleinreden auch nicht in die erwünschte Richtung. Neben Empathie, Verständnis und Unterstützungswillen braucht es auch mal klare und deutliche Worte und Forderungen:

BIETET EUREN KINDERN STRUKTUR!

HOLT EUCH BEI BEDARF HILFE!

TREFFT ABSPRACHEN - AUCH MIT EUREN KINDERN!

STELLT VERBINDLICHE PLÄNE AUF UND HALTET EUCH DARAN!

UND VERSETZT EUCH AB UND ZU IN DIE LAGE EURER KINDER, damit sie o.a. Situationen nicht mehr oder zumindest nicht mehr allzu häufig erleben müssen!

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